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  • Friederike Schulz

Mit offenen Augen mehr entdecken

Aktualisiert: 9. Aug 2019

Manchmal hilft es nicht nur geradeaus zu gucken, sonder auch in die Luft. Wenn man nach Florenz kommt, dann gehört es zum guten Ton die Uffizien zu besuchen. Sie wurden als eine Art Bürokomplex für die Florentiner „Magistraturen“ nebst Wohnräumen für den Duce geplant. Seit 1591, also bereits kurz nach der Fertigstellung des Renaissencegebäudes, war es möglich die Gegenstände und antiken Statuen aus der privaten Sammlung der Medici-Familie anzuschauen, wenn man höflich fragte.

1769 fand dann die offizielle Eröffnung der Galerie der Uffizien statt und wurde für Öffentlichkeit zugänglich. Wenn man heute das Museum besucht, hier ein gut gemeinter Hinweis: schauen sie nicht nur auf die Kunst an den Wänden und den Vitrinen, schauen Sie nach oben. Denn die Grotesken die Sie dort sehen, sind atemberaubend. Sie sind schön,  aber vor allem witzig und fantastisch. Grotesken sind eine italienische „Erfindung“ und bedeuten Übersetzt so etwas wie Grotte, Höhle, höhlenartig. Ihr Ursprung stammt aus einer Ausgrabung Ende des 15. Jhdts  in Rom. Im Palast des Kaisers Nero wurden alte Malereien sichtbar die in einer Art Phantasiestil gemalt waren. Da sich die Malerei unterhalb der Erde in verschütteten Räumen befand benannte man den daraus in der Renaissance entstandenen Stil „Groteske“. Die „Groteskenmalerei“ bezieht sich auf diese verzerrt-übersteigerten Abbildungen. Neben feingliedrigem Ornament- und Rankenwerk werden diese grafischen Formen umzingelt von Fabelwesen, die voller Gegensätze sind. Da finden sich gruseligste Gestalten neben clownesken Figuren, abstruse Mischungen aus Mensch und Tier, sowie grazile Wesen aus einer Art Märchenwelt entstiegen.




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